Erwartete Performance
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Erwartete Performance eines Finanzportfolios
Die erwartete Performance eines Finanzportfolios ist eine fundierte Schätzung, wie sich der Wert der Anlage über die Zeit entwickeln könnte. Mit anderen Worten: Sie zeigt, welche künftigen Renditen zu erwarten sind, basierend auf der historischen Marktperformance und den spezifischen Eigenschaften des Portfolios. Da Finanzmärkte unsicher sind, ist die erwartete Performance weder ein Versprechen noch eine Garantie, sondern eine probabilistische Indikation auf Basis von Annahmen und verfügbaren Daten.
Um die erwartete Performance eines Portfolios zu bewerten und zu verstehen, kommen verschiedene Analyse‑Tools zum Einsatz, die jeweils einen anderen Fokus haben:
- Monte‑Carlo‑Simulation: Eine statistische Methode, die Tausende möglicher Szenarien erzeugt, um die Bandbreite zukünftiger Ergebnisse zu schätzen. Mehr dazu auf der Seite Monte Carlo.
- Ibbotson‑Kegel: Eine kegelförmige grafische Darstellung, die die erwartete Entwicklung einer Anlage zeigt, mit Median‑Szenario sowie besten und schlechtesten Ergebnissen. Siehe Ibbotson‑Kegel.
- Effiziente Frontier: Konzept der modernen Portfoliotheorie, nach dem es für jedes Risikoniveau eine optimale Kombination von Assets gibt, die die erwartete Rendite maximiert. Siehe Effiziente Frontier.
In den folgenden Abschnitten sehen wir detaillierter, was erwartete Performance ist und wie jedes dieser Tools dazu beiträgt, sie rigoros, aber verständlich zu bewerten.
Was ist erwartete Performance
Die erwartete Performance eines Portfolios ist die Schätzung der zukünftigen Rendite, die ein Investor über einen bestimmten Zeithorizont erzielen könnte. Praktisch entspricht das der Frage: „Wie viel könnte mein Portfolio in X Jahren wert sein, wenn man die erwarteten Marktbedingungen berücksichtigt?“. Diese Kennzahl basiert typischerweise auf Größen wie der durchschnittlich erwarteten Rendite (z. B. erwartetes jährliches prozentuales Wachstum) und der Volatilität (die angibt, wie stark die Renditen um den Durchschnitt schwanken können).
Wichtig ist: Erwartete Performance ist ein probabilistischer Durchschnitt, keine Sicherheit. Beispiel: Ein Portfolio mit 5% erwarteter Rendite pro Jahr und 10% Volatilität. Im Mittel wäre +5% zu erwarten, aber die tatsächlichen Ergebnisse eines Jahres können stark variieren: In einem günstigen Szenario könnte das Portfolio +20% erzielen, in einem ungünstigen Jahr -10%. Über längere Horizonte verstärken sich diese Unterschiede. Nach 10 Jahren könnte die zentrale Schätzung fast eine Verdopplung anzeigen. Optimistischere Szenarien würden deutlich über dem Doppelten liegen, pessimistische könnten sogar mit einem Gesamtverlust enden.
Kurz gesagt: Erwartete Performance bedeutet, in Wahrscheinlichkeitsverteilungen möglicher Renditen zu denken. Eine einzelne Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte. Für eine vollständige Sicht muss auch die Unsicherheit um diesen Wert berücksichtigt werden. Genau hier kommen Tools wie Monte‑Carlo‑Simulation, der Ibbotson‑Kegel und die Effiziente Frontier ins Spiel.
Monte‑Carlo‑Simulation
Monte‑Carlo‑Simulation ist ein mächtiges Werkzeug zur Bewertung der erwarteten Performance, weil sie Tausende möglicher Portfolio‑Zukünfte erkundet. Statt einer einzigen Prognose werden verschiedene Szenarien erzeugt, die die statistischen Eigenschaften des Portfolios respektieren (erwartete Rendite, Volatilität und Korrelationen zwischen Assets). Im Kontext des Portfolio Managements hilft das, die Wahrscheinlichkeit, Ziele zu erreichen, zu quantifizieren, Worst‑Case‑Ergebnisse zu schätzen und die Robustheit einer Strategie unter verschiedenen Marktbedingungen zu bewerten.
Beispiel: Wenn dein Ziel 200.000 EUR in 10 Jahren ist, kann die Simulation zeigen, dass du es in 70% der Szenarien erreichst, aber in 10% der Fälle unter 150.000 EUR bleibst. Das hilft, Erwartungen und Risiko zu kalibrieren.
Die Ergebnisse werden als Fächer von Trajektorien und als Verteilung der Endergebnisse visualisiert und liefern eine unmittelbare Lesbarkeit von Risiko und Unsicherheit. Weitere Details auf der Seite Monte Carlo.
Ibbotson‑Kegel
Der Ibbotson‑Kegel ist eine grafische Methode, die die erwartete Entwicklung einer Anlage über die Zeit darstellt und erwartete Rendite und Risiko (Volatilität) für verschiedene Zeithorizonte verbindet. Der Ergebnisbereich wird im Zeitverlauf breiter und zeigt intuitiv den Risiko‑Rendite‑Trade‑off. Im Portfolio Management hilft das, realistische Erwartungen zu setzen und zu prüfen, ob die erwartete Trajektorie mit langfristigen Zielen übereinstimmt.
Praktisches Beispiel: Über einen 10‑Jahres‑Horizont kann der Kegel ein Median‑Szenario mit konstantem Wachstum zeigen, aber auch ein unteres Band mit Drawdowns und ein oberes Band mit höheren Renditen. So lässt sich einschätzen, ob die Breite des Kegels mit deinen Zielen und deiner Risikotoleranz kompatibel ist.
Die Grafik zeigt ein Median‑Szenario und Bänder mit besseren oder schlechteren Ergebnissen, hilfreich zur Einordnung der Unsicherheit. Für eine vollständige Darstellung siehe Ibbotson‑Kegel.
Moderne Portfoliotheorie und effiziente Frontier
Die Moderne Portfoliotheorie (MPT) führt die effiziente Frontier ein – eine Kurve, die optimale Portfolios darstellt: Für jedes Risikoniveau ist die erwartete Rendite maximal. Aus Portfolio‑Management‑Sicht dient die Frontier als Entscheidungsreferenz: Sie hilft zu prüfen, ob die Allokation dem Risikoprofil entspricht und ob effizientere Kombinationen existieren.
Beispiel: Wenn dein Portfolio eine Volatilität von 10% hat, aber eine niedrigere erwartete Rendite als ein Portfolio auf der Frontier mit gleichem Risiko, könntest du die Effizienz durch Rebalancing verbessern.
Diversifikation spielt eine zentrale Rolle: Die Kombination von Assets mit unterschiedlichen Korrelationen verbessert das Risiko‑Rendite‑Verhältnis im Vergleich zu Einzelinstrumenten. Mehr dazu auf der Seite Effiziente Frontier.
Fazit
Tools wie Monte‑Carlo, Ibbotson‑Kegel und effiziente Frontier verwandeln die erwartete Performance von einer einzelnen Zahl in eine umfassende Sicht auf Szenarien, Wahrscheinlichkeiten und Optimierung. Wer diese Aspekte versteht, kann Erwartungen realistischer bewerten und fundierte Entscheidungen treffen, um das Portfolio zu steuern und zu optimieren. Um diese Schätzungen mit tatsächlichen Ergebnissen zu vergleichen, siehe Realisierte Performance. Für Definitionen der Kennzahlen siehe den Wallible‑Kennzahlen‑Guide.
