Realisierte Performance
Rendite, Risiko und historische Korrelationen des Portfolios.
Analyse der Portfolio‑Performance
Die Analyse der Performance eines Investmentportfolios bedeutet, nicht nur zu betrachten, wie viel Rendite erzielt wurde, sondern auch, welches Risiko dafür eingegangen wurde und wie sich die verschiedenen Komponenten des Portfolios durch historische Korrelationen miteinander verhalten. Aus einer mittel‑ bis langfristigen Perspektive – typisch für alle, die konsistentes Vermögenswachstum anstreben – ist es entscheidend, zwischen diesen drei Aspekten ein Gleichgewicht zu finden. Ein informierter Anleger sollte sich fragen: Erhalte ich eine angemessene Rendite für das Risiko, das ich trage? Ist mein Portfolio dank günstiger Korrelationen ausreichend diversifiziert? Im Folgenden findest du eine detaillierte Analyse dieser Elemente, mit den wichtigsten Bewertungskennzahlen und praktischen Beispielen.
Realisierte Renditen
Die Rendite eines Portfolios beschreibt den Wertzuwachs in einem bestimmten Zeitraum. Für Anleger mit mittel‑ bis langfristigem Fokus ist es wichtig, kurzfristige Schwankungen zu ignorieren und sich auf das langfristige, zusammengesetzte Kapitalwachstum zu konzentrieren. Eine zentrale Kennzahl ist die CAGR (Compound Annual Growth Rate). Die CAGR misst die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate einer Investition über mehrere Jahre und berücksichtigt die Zinseszinswirkung der Renditen. Praktisch beantwortet die CAGR die Frage: Mit welcher konstanten jährlichen Rate ist mein Portfolio im betrachteten Zeitraum gewachsen?
Beispiel: Wenn ein Portfolio 100 wert war und nach 5 Jahren 150 beträgt, liegt die CAGR bei etwa 8,4% pro Jahr. Das bedeutet, dass das Portfolio im Durchschnitt um 8,4% pro Jahr gewachsen ist, obwohl die jährlichen Renditen in der Realität ungleichmäßig waren. Die CAGR ermöglicht einen einheitlichen Vergleich verschiedener Anlagestrategien über lange Horizonte, da sie die Zwischenvolatilität glättet und den Gesamteffekt des Wachstums zeigt.
Ein Portfolio mit hoher CAGR weist auf starkes Kapitalwachstum hin – ideal für Wachstumsziele. Hohe Rendite allein genügt jedoch nicht; sie muss immer in Relation zum eingegangenen Risiko betrachtet werden.
Praktisches Beispiel: Zwei Portfolios können über 10 Jahre die gleiche CAGR von 6% pro Jahr haben, aber das eine hat einen Drawdown von 10% erlebt, das andere von 35%. Mit derselben durchschnittlichen Wachstumsrate ist das Risikoprofil sehr unterschiedlich, und die psychologische sowie finanzielle Tragfähigkeit der Strategie verändert sich.
In Wallible findest du eine vollständige Übersicht der realisierten Performance‑Kennzahlen:
- Cumulative return over time
- CAGR (compound annual growth rate)
- IRR (cash weighted return)
- Sharpe ratio und Sortino ratio

Ein nützliches Beispiel, um kumulative Rendite und IRR zu unterscheiden: Wenn du sofort 10.000 EUR investierst und zur Halbzeit 5.000 EUR hinzufügst, misst die kumulative Rendite das Gesamtwachstum des Portfolios, während die IRR Zeitpunkte und Beträge der Flows berücksichtigt. Bei bedeutenden Ein‑ oder Auszahlungen liefert die IRR eine realistischere Sicht auf die vom Anleger tatsächlich wahrgenommene Performance.
Renditen nach Zeitraum
Du kannst saisonale Trends mit Grafiken zu Renditen nach Zeitraum analysieren. Diese Ansicht ist nützlich, um wiederkehrende Muster zu erkennen, Monate oder Quartale zu vergleichen und zu sehen, ob die Strategie in bestimmten Abschnitten des Jahres besonders effektiv ist.

Diese Grafiken helfen, die Performance einzuordnen: Eine negative Rendite in einem historisch schwachen Monat lässt sich bewusster interpretieren als ein einzelner Datenpunkt.
Risiko und Drawdown
Risiko ist die Kehrseite der Rendite. In der Finanzwelt wird Risiko häufig mit Volatilität verbunden, also der Schwankungsbreite des Werts einer Anlage. Hohe Volatilität bedeutet, dass der Wert deines Portfolios kurzfristig stark schwanken kann – große Anstiege, aber auch erhebliche Rückgänge. Niedrige Volatilität hingegen deutet auf stabilere, vorhersehbarere Bewegungen hin. Wichtig ist jedoch, zwischen vorübergehender Volatilität und dem Risiko eines dauerhaften Kapitalverlusts zu unterscheiden.
Marktvolatilität ist oft vorübergehend: Ein Portfolio kann deutliche negative Schwankungen erleben und sich später wieder erholen. Wenn der Anleger einen langen Horizont hat und nicht gezwungen ist, in negativen Phasen zu verkaufen, sind solche Schwankungen meist nur kurzfristiges Rauschen. Das reale Risiko ist die Möglichkeit eines dauerhaften Verlusts, also dass das Kapital irreversibel sinkt, ohne sich jemals vollständig zu erholen.
Im Hinblick auf risikoadjustierte Rendite können zwei Strategien mit ähnlicher Performance sehr unterschiedlich sein: Ein Portfolio mit durchschnittlich 7% Rendite und 15% Volatilität ist nicht gleichwertig zu einem Portfolio mit derselben Rendite, aber 8% Volatilität. Kennzahlen wie Sharpe und Sortino quantifizieren genau, wie viel Qualität hinter der Performance steckt.
Zur Bewertung des Risikoprofils eines Portfolios werden verschiedene quantitative Kennzahlen genutzt. Hier sind die wichtigsten in Wallible:
- Maximum drawdown: maximaler Verlust von Peak zu Tiefpunkt.
- Calmar ratio: Verhältnis zwischen Rendite und maximalem Drawdown.
- Ulcer index: Intensität und Dauer der Verlustphasen.
- Recovery factor: Erholungsgeschwindigkeit nach dem schlimmsten Drawdown.

Für Definitionen siehe den Wallible‑Kennzahlen‑Guide.
Historische Korrelationen: die Kraft der Diversifikation
Der dritte Pfeiler der Portfolioanalyse ist die Untersuchung der Korrelationen zwischen den verschiedenen Asset‑Klassen und Finanzinstrumenten. Korrelation misst, wie ähnlich oder gegensätzlich sich zwei Assets bewegen. Sie wird mit einem Koeffizienten zwischen -1 und +1 angegeben:
- Korrelation +1 (perfekt positiv): zwei Assets bewegen sich immer in die gleiche Richtung mit proportional gleicher Intensität.
- Korrelation -1 (perfekt negativ): wenn ein Asset steigt, fällt das andere spiegelbildlich.
- Korrelation 0 (null): die Bewegungen der beiden Assets sind unabhängig.
In der Praxis sind Korrelationen selten exakt +1 oder -1; sie nehmen meist Zwischenwerte an und können sich über die Zeit ändern. Warum sind Korrelationen für mittel‑ bis langfristige Anleger so wichtig? Weil niedrige Korrelation (idealerweise negative) zwischen Portfolio‑Assets der Schlüssel zu effektiver Diversifikation ist. Die Kombination von Assets mit wenig korrelierten Bewegungen reduziert die Gesamtvolatilität und mindert das Risiko großer Verluste im gesamten Portfolio.

Die Analyse historischer Korrelationen ist hilfreich, weil sie zeigt, wie Assets in verschiedenen Marktszenarien miteinander interagiert haben. Korrelationen sind jedoch weder statisch noch garantiert: In Zeiten von Panik oder globalen Schocks können normalerweise unkorrelierte Assets plötzlich in die gleiche Richtung laufen und die Diversifikationsvorteile vorübergehend verringern. Deshalb ist es wichtig, das Portfolio regelmäßig zu überwachen und zu rebalancieren: siehe Rebalancing.
Renditeverteilung
Die Renditeverteilung hilft zu verstehen, wie sich das Portfolio über die Zeit verhält. Zusätzlich zum Mittelwert berechnet Wallible Kennzahlen zu Schiefe und Kurtosis, die die Form der Verteilung und das Vorhandensein extremer Tails beschreiben. Zusammen mit Value at Risk (VaR) ermöglicht diese Analyse, die Wahrscheinlichkeit signifikanter Verluste zu bewerten und Portfolios mit unterschiedlichen Risikoprofilen zu vergleichen.

Fazit
Die Analyse der Portfolio‑Performance erfordert einen 360‑Grad‑Blick auf Rendite, Risiko und Korrelation. Kennzahlen wie CAGR, Drawdown, Sharpe und Sortino bieten konkrete Werkzeuge, um Wachstum und Stabilität eines Portfolios zu quantifizieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Letztlich verbindet ein professioneller Ansatz quantitative Analyse (Performance‑Kennzahlen, Renditeverteilung, Korrelationen) mit strategischer Disziplin. Das bedeutet, das Portfolio auf persönliche Ziele auszurichten, den Fortschritt mit den richtigen Indikatoren zu überwachen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen – ohne sich von Emotionen leiten zu lassen.
